Samstag, 28. Februar 2009

Sonntag, 8. Februar 2009

und 3...

Gucken wir mal was es so gibt...

Ok, eine grosse indische Goetterstatue oder so...

Aha, sieht schon besser so aus...

aha...ein geweisster Vogel...

Und was machen die mit dem?


Ach so, naja...jetzt aber weggucken bitte:

Was kommt denn da?


Nee!! Oder...?

Naja vielleicht ja doch...also ab durch die Massen zur Nahaufnahme.. nur wer mag...




Aha.

Dienstag, 3. Februar 2009

und 2


Nun denn. Es gibt viel zu erzaehlen, einzig die Bilder gehen mir langsam aus und dann beschwert sich die Freundin meines Bruders wieder...


Fuer mich hat sich das Leben natuerlich veraendert. Kennt man hier einen, kennt man gleich alle, sagt man doch so schoen auf Deutsch und habe langsam das Gefuehl, dass ich die Sprichwoerter auf deutsch alle durcheinanderbringe. Nein, das liegt nicht am Alter, nachdem ich ja auch 30 geworden bin (s. Partyphoto unten), sondern eher daran... ach, ich such besser gar nicht erst nach Ausreden.



In KL verstehe ich aber langsam, was mit diesem Sprichwort gemeint sein koennte. Ich gehe also mit einer Kollegin nach der Arbeit aus, sie bringt ein paar andere Deutsche mit. Die eine betrachtet mich etwas laenger und sagt, sie kenne mich irgendwoher. Nachdem sie dann einige Sprueche fuer diese billige Anmache eingesteckt hat, vergleichen wir die Orte, an denen wir zuletzt waren und stellen fest, dass wir uns zwar in Deutschland und Indien nie kennengelernt haben, aber eines Nachts in Singapur auf der Bruecke an Clarke Quay zusammen gesessen haben: Sie mit ein paar Freunden und Freundinnen und ich mit meinem Kollegen Fabian. So trifft man sich also in Kuala Lumpur wieder.



Zu Fabian sei angemerkt, dass ich waehrend meiner Arbeitssuche von Chennai aus einen Hinweis von Chrystal bekam. Sie sagte, ich solle diese Jobagentur fuer Juristen anschreiben. Ich gehorchte natuerlich brav und am naechsten Tag rief dann Fabian an, der bei dieser Firma offensichtlich arbeitete und mir mitteilte, wir haetten einen gemeinsamen Freund: Thorsten. Dieser studierte mit mir Jura in HH und absolvierte zeitgleich sein Referendariat in Mumbai, waehrend ich in Chennai weilte. Wir besuchten uns gegenseitig im Sueden und Nordwesten Indiens und sind immer noch in regem Kontakt. Waehrend des Referendariats lernte Thorsten in Dortmund Fabian kennen, ich hingegen in Saarbruecken Fleischkaes inna Weg (or so), naja jedenfalls sind Thorsten und Fabian ebenso gut in Kontakt geblieben. Ich erinnere mich dunkel, dass Thorsten mir am Telefon aus Dortmund berichtete, dass einer seiner Referendarskollegen nach Singapur geflogen sei und nach erfolgreicher Beendigung seines zweiten Staatsexamens einfach so nach Singapur ausgewandert sei, ohne Job und ohne Jobaussicht, allerdings mit der sicherlich suessen Stimme einer indonesischen Chinesin in Singapur im Ohr. So rief mich also Fabian an, verstand mein Anliegen nach Singapur zu kommen mehr als ausreichend und wir trafen uns wenig spaeter in der City von Singapur, assen Schweinereis und aehnliches Zeugs. Als ich mich dann einige Wochen spaeter wider jeder Vernunft und wieder im Flieger von Chennai nach Singapur befand, mit der sicherlich suessen Stimme einer chinesischen Singapurerin, aber ebenso wenig eine Jobaussicht hatte, war Fabian mein einziger Anlaufpunkt und selbst bei ihm war ich mir nicht sicher, ob wir uns tatsaechlich anfreunden wuerden. Das Gefuehl, perpektivlos im Flieger aus dem Nirgendwo in ein anderes Nirgendwo zu reisen, mit der vagen Hoffnung einer beinah jugendlich dummen Liebschaft, mit dem erzieherrischen vernunftsgepraegten Unterton von Eltern und Freunden und gespickt mit eigenen Zweifeln, Sorgen und Aengsten, ist ... naja, zumindest sehr interessant, wenn man denn leidenslustig ist. Mit Fabian verbrachte ich dann zwei Monate an Clarke Quay, staendig auf der Suche nach billigen Bierlaeden, zumeist kauften wir bei 7 Eleven ein paar Dosen und sassen dann am Kai, sahen den kleinen chinesischen Singapurern zu, wie sie in einer Art Gondel Bungeespruenge machten und dabei laut kreischten. Singapur hinterlaesst einen etwas verwirrenden Eindruck einer asiatischen Stadt, die moderner als Europa ist, auf den Strassen tummeln sich die S4's, AMG BMW's, Porsches, Lamborghinis und Mercedesse, wie man es nicht einmal aus Blankenese kennt, in den Vororten zur Innenstadt reihen sich riesige Wohnanlagen aneinander, bei deren Anblick man versteht, wie 4 Millionen Menschen auf einer Flaeche von Hamburg leben koennen. Wichtig fuer Maedchen in Singapur sind die fuenf C's, davon erinner ich nur noch vier (jaja das Alter) und zwar: Credit Card, Cash, Car, Condo und ich weiss ganz sicher dass 'Care' nicht Nummer fuenf ist. Bei der Auswahl des Studium wird nicht auf Leidenschaft und Interesse, sondern auf spaetere Verdienstmoeglichkeiten geschaut und so finden sich jeden Morgen ganze Ameisenarmeen von Singapurern in der Bahn wieder, auf dem Weg aus den Vororten in das Finanzzentrum der Stadt. 'Work hard, play hard' ist ein anderes Motto, das mir bisher nur aus Singapur gelaeufig ist, also wird ordentlich geackert, ueber Ueberstunden wird sich nicht beschwert, ein hartes Arbeitsleben solle man in Kauf nehmen, ebenso die fehlende Freude an der Arbeit, es zaehlt schlicht das Geld und zum Freizeitausgleich wird ein Breitbildfernseher und unbedingt ein Massagesessel gekauft. Das ganze spiegelt sich dann auch in den Lokalitaeten und in den ansaessigen Hotels und Restaurants wider. Ich musste einmal in der fuenten Klasse, nachdem ich in English in einem Test eine 4 geschrieben hatte, bei Herrn Hoehling in der siebten Stunde zur Foerdergruppe antanzen - dort wurden die schwaecheren aus der Klasse an den Durchschnitt herangefuehrt. Dieses Konzept fehlt in Singapur. Das Leistungsprinzip stellt die jugend frueh auf die Zukunft ein. Die Klassenreisen, die wir aus Deutschland kennen, gibt es in der Form in Singapur nicht - dort wird in einer schulfreie Woche gemeinsam in einem anderen Klassenzimmer uebernachtet und tagsueber werden Kennenlernspiele fuer den Zusammenhalt gespielt. Der Gedanke eines Freundes, der eine gute Jobposition in Aussicht hat, aber ueberlegt, vorzugsweise fuer drei Monate mit seinen Bruedern durch Suedamerika zu reisen, wird von einem Singapurer normalerweise nicht nachvollzogen werden koennen.



Nun zu den Schlussfolgerungen: Nee, jedem die seinen. Aber so einseitig ich Dinge darstelle, so sind sie dann eben doch nicht. Ich ziehe trotzdem ein Fazit und zwar, weil ich diese Stadt wirklich sehr mag, es ist naemlich auch die Stadt, in der ein Maedchen nachts um 4 sicher umherlaufen kann und in der ich nie in Discos, auf der Strasse oder anderswo mich bedroht fuehlen musste. Ueberdies ist es die Stadt, in der ich mit einer chinesischen Grossfamilie das chinesische Neujahr feierte und mich die gesamte Familie ruehrend freundlich empfing, mich nahezu maestete, mir saemtliche religioesen Hintergruende zu den Esszeremonien erklaerte (Chinesen verschenken keine Blumen, die kann man ja nicht essen), mir zuprostete und mir so das Gefuehlt gab, dazugehoerig zu sein, obgleich Augenform, Haarfarbe und Koerpergroesse eine andere Sprache sprechen. Singapur gilt als Lightversion Asiens, sozusagen Asien fuer Beginner und es ist immer eine gute Idee, sich in den Bus, oder wenn man weiter weg ist, sich in einen Flieger zu setzen, um dort gastfreundliche Menschen und gutes Essen zu geniessen.



Nun aber zurueck zu KL. Oder etwa nach KL? Gestern kam ich wieder nach einer fuenfstuendigen Busreise um Mitterncht an, mein schottischer neuer Mitbewohner sagte mir, ich sei mehr als willkommen, mit ihm und einem Freund im 'Little Havanna' zum Fussballgucken zusammenzutreffen, mein chinesischer Mitbewohner und sein Freund sassen daheim auf dem Sofa und luden mich zu einem Glas Wodka ein, mein weissrussischer Mitbewohner sagte, er muesse nun leider schreiben und da man besser nicht genauer nachhakt, wenn ein Weissrusse nachts schreiben muss, verliess ich die Wohnung in Richtung Havanna, traf auf dem Weg Ricarda, eine Deutsche und noch ein chinesisches Maedchen, entschied mich aber fuer Liverpool, Bier, Chelsea und die Schotten und dann um drei Uhr nachts sass ich mit dem einen der Schotten bei einer Dose Carlsberg - mit C und zum Glueck nicht mit K - auf dem Sofa und versuchte zu verstehen, was sein schwerverstaendliches Gemurmel in scheinbar englischer Sprache mir zu erklaeren versuchte.



Zwischen meinem ersten Bericht und diesem hier liegen eigentlich 3 Wochen. Da ist ganz sicher auch etwas passiert. Sobald ich mich entsinne, berichte ich. Uebrigens (wie unser Altkanzler so schoen zu sagen pflegte), vielen Dank fuer die Geburtstagsanrufe von Hendrik und Thorsten (spaeter war ich leider betrunken mit einer Russin im Rotlichtviertel Geylang in Singapur und kann mich beim besten Willen nicht mehr an Anrufe erinnern, aber es ist natuerlich nicht so, wie es scheint), aber auch Dank fuer Kommentare hier unter dem Blog und sogar eine Email von Melanie aus Saarbrigge. Ei gudd. Hauptsach gudd gess. Or so.